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Erscheinungsdatum:

July 15, 2016

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Ein wenig Farbe

Ein wenig Farbe…

Natürlich könnte man den Titel des neuen Saitenfeuer-Albums auch als vage Andeutung auf überwiegend in schwarzweiß oder gedeckt gehaltene Töne verstehen. Die Wirklichkeit sieht jedoch völlig anders aus und sollte – mit ein wenig Humor, versteht sich – als nicht ganz ernstzunehmende Untertreibung anstatt als programmatischer Name gewertet werden. Denn Ein wenig Farbe hat alles, was ein rundum packendes Werk auszeichnet, vor allem kompositorisches Kolorit. Und mehr noch: Auf ihrer dritten Studioveröffentlichung zeigen sich Saitenfeuer so eigenständig, vielschichtig und farbenfroh wie niemals zuvor. Die fünfköpfige Gruppe aus Leipzig hat sich spürbar weiterentwickelt, hat ihre stilistische Bandbreite vergrößert und textlich bewusst den einen oder anderen Widerhaken gesetzt. Das Ergebnis lässt sich in keine der üblichen Genre-Schublade stecken. „Als Oberbegriff kann man unsere Musik als Rock bezeichnen, eine weitere Eingrenzung in Unterkategorien würde ihr jedoch nicht gerecht“, erklärt Sänger Carsten Thiecke, „es sei denn man würde sie einfach in die Saitenfeuer-Sparte einsortieren.“ Veröffentlicht wird Ein wenig Farbe am 15. Juli 2016 über das neue SPV-Label Laute Helden. Bereits vorher gibt es zwei Singleauskopplungen inklusive dazu gehörender Videoclips zu den Songs ´Ihre Welt` und ´Wer' nicht wagt`. Kein Zweifel: Dieser (bunte) Sommer gehört Saitenfeuer.

Es ist die Stilvielfalt, die das aktuelle Album zu einem ganz besonderen Erlebnis macht und die Zuhörer von der ersten bis zur letzten Note in Atem hält. Denn Saitenfeuer trauen sich: von Rocksongs bis zu sanften Balladen, von Headbangern bis Popnummern, von wadenbeißenden Hardcore-Elementen bis treibenden Southern Rock-Einflüssen. „Man hört, dass jeder der fünf Bandmitglieder aus einer anderen musikalischen Richtung kommt“, erklärt Gitarrist Benny Mertens das Phänomen, dass Saitenfeuer ihren bemerkenswerten künstlerischen Facettenreichtum scheinbar mühelos aus dem Ärmel schütteln. Während ´Keine Fackel` sicherlich zu den härtesten Songs der bisherigen Saitenfeuer-Laufbahn zählt, lotet das ruhige ´Ich danke dir` die Extreme des Machbaren überraschend mutig aus. „Anfangs waren wir uns nicht sicher, ob ein derartiger Song die Grenzen des Saitenfeuer-Rahmens sprengen würde. Aber wir sind dies Risiko bewusst eingegangen, um nach dem Ende der Aufnahmen festzustellen, dass ´Ich danke dir` im Kontext unserer bisherigen Historie zwar ungewohnt massentauglich ausgefallen sein mag, aber dennoch perfekt zur neuen Scheibe passt.“

Zumal sich Saitenfeuer auch textlich weiter geöffnet haben. Im Mittelpunkt ihrer Songs stehen eigene Beobachtungen, wichtige Erfahrungen oder Erlebnisse, die es wert sind, erzählt zu werden, kurz um: Gedanken, die wohl fast jeder von uns im Hinterkopf mit sich herumträgt. Carsten Thiecke und seine Bandkollegen wollen nicht belehren, geschweige denn als selbsternannte Moralinstanz den warnenden Zeigefinger heben. Ihnen geht es um Nachvollziehbares, Alltägliches, dementsprechend bodenständig erzählt Ein wenig Farbe kleine Geschichten über die Größe des Lebens mit all ihren vermeintlichen Stolpersteinen. Themen, die sich beispielsweise in einem Zwiegespräch zwischen Eltern und ihrem Kind (´Mein Vertrauen`) artikulieren oder in ´Wer´s nicht wagt` den schmalen Grat zwischen Sieg und Niederlage in den Mittelpunkt stellen. Darüber hinaus gehen Saitenfeuer diesmal sogar noch einen Schritt weiter und stellen mit ´Keine Fackel` klar, dass man bei ihnen kein Podium für Verachtung und Hetze geboten bekommt, egal aus welcher Richtung der Wind weht. Thiecke: „In der heutigen Zeit muss man als Musiker klar Stellung beziehen, auch politisch.“

Aufgenommen wurde Ein wenig Farbe in den ´Spacelab Studios` in Grefrath/Oedt von Christian Moos, genannt Moschus. Moos gilt als Meister seines Fachs, hat unter anderem schon mit Betontod oder der britischen Prog-Instanz Haken gearbeitet. „Moschus hat diesmal wirklich ganze Arbeit geleistet“, freuen sich Mertens und Thiecke. „Das gute Gefühl, das wir zu den neuen Songs bereits im Proberaum hatten, wurde durch die Produktion noch um ein Vielfaches übertroffen. So zufrieden wie diesmal waren wir mit einem Album noch nie.“ Und das will etwas heißen, denn insbesondere Mertens und Bassist Robert Kunze behaupten von sich, „sehr kritisch mit uns selbst und mitunter sogar Hitzköpfe zu sein, die eigentlich immer etwas zu nörgeln haben.“ Aber, so Mertens: „Ein wenig Farbe wird auch diejenigen Skeptiker überzeugen, die mit unserem zweiten Album möglicherweise nicht ganz zufrieden waren. Denn diesmal haben wir die Songs gezielt auf Carstens Stimme zugeschnitten, daher klingt jede Nummer absolut eigenständig und doch immer wieder neu und vielschichtig.“

Aufgenommen im: Spacelab Studio
Produzent: Christian Moos
Label: SPV - Laute Helden
Fotos: Maxi Sängerlaub

1. So bekommt ihr es zurück
2. Wer's nicht wagt
3. Marsch in Moll
4. Ihre Welt
5. Auf der Flucht
6. Nicht mein Ding
7. Wenn es dich noch gibt
8. Am Leben
9. Gewissen
10. Keine Fackel
11. Ich danke dir
12. Für die Toten
13. Mein Vertrauen

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